Instagrammed 2.0 – Der Preis der Anonymität

Veröffentlicht von Denis Domínguez am

ACHTUNG KEINE SATIREE!

In meinem Wahnsinn die Weltherrschaft bald an mich zu reißen, bin ich –  wie Du schon weißt – seit Monaten auf der Suche nach günstigen Möglichkeiten, die meinem kleinen Budget entsprechen, um meine Botschaft an Tausende von Menschen schnell und effektiv zu bringen. Vor ein paar Monaten habe ich Instagram ® entdeckt, eine schöne Anwendung, die nach meiner Vorstellung gut genug ist.

Instagrammed 2.0 - EinKubaInBa

Mit deren Hilfe kann man, nach der Erstellung eines Kontos (manchmal sogar anonym), inspirierende Texte, Bilder und Videos in die breite Welt hinaus senden und so sein hart erkämpftes Publikum begeistern:

Das Hauptziel ist so einfach, wie genial: so viele Anhänger oder besser gesagt,  Followers zu bekommen, indem man sie davon überzeugt, dass es sich lohnt bei Dir vorbei zu schauen. Je mehr Followers, desto besser.

Instagrammed 2.0 - Scheiß draf, was die Anderen über DIch denken

Und natürlich will fast jeder auf Instagram diese Aufgabe so schnell wie nur möglich erledigen… am besten gestern. Dafür werden zahlreiche Tricks angewendet: Followers werden gekauft, mehrere Benutzerkonten erstellt, Bots eingesetzt, Kommentare simuliert oder Fake-Following (Schein-Folgen) verstreut. Was…? Du willst wissen, was ein Fake-Following ist? Ok, hier ist eine kurze Erklärung, wie das Ganze abläuft: Benutzer A abonniert innerhalb einer Stunde mehrere fremde Instagram-Konten, in der Hoffnung, dass sie ebenfalls Benutzer A zurückfolgen. Sobald die anderen naiven Benutzer zurückfolgen, werden ihre Konten sofort deabonniert bzw. ihnen wird nicht mehr “gefolgt”. Ein unfollow findet statt. Besser gesagt, eine Menge davon!

Wozu soll man diesen Aufwand betreiben? ,  fragst Du Dich bestimmt. Tja, wenn man es schafft die Aufmerksamkeit von mehreren Tausend Followers auf sich zu lenken, könnte man viele Menschen beeinflussen oder als Influencer relativ viel Geld verdienen. Davon bin ich aber noch sehr, sehr, sehr, sehr, sehr …. sehr weit entfernt.

Und da ich auch den Gesetzen des Internets unterliege, muss ich zugeben, dass ich in den Bann dem Fake-Followings gefallen bin. Denn das Wachsen der Liste seiner Followers zu beobachten, erweckt eine Illusion der digitalen Macht, die ich nicht erklären kann.

Daily Motivation Now - Followers

Doch jetzt muss ich Dir erzählen, was mir während der Interaktion mit einem anderen Fake-Follow-Akteur gestern passiert ist:

Eine Person hat mich höflich gebeten ihr zu folgen. Aus rechtlichen Gründen kann ich deren Namen nicht veröffentlichen,  deswegen nennen wir diese Person: Individuum. Ich bin der Bitte des Individuums nachgekommen und folgte ihm und es folgte mir ebenfalls zurück. Und alles war gut so. Wir folgten uns gegenseitig, die Welt war rosa und wir beide glücklich und zufrieden.

Instagram - Kannst Du mir bitte folgen?

Das Individuum – Kannst Du mir folgen? Ich – Nach ein paar Korrekturen, folgte ich dem Individuum.

Doch am nächsten Tag merkte ich, dass das Individuum mir nicht mehr folgte. Eine Aktion, die ich nicht so toll fand (obwohl ich selbst dasselbe mache, es fühlt sich immer komisch an, wenn man selbst “das Opfer” ist. Wie heißt es so schön: Wasser predigen, aber selbst Wein trinken: erwischt!) und was ich ihm rasch als Nachricht mitteilte.

Instagrammed 2.0 - Warum folgst du Mir jetzt nicht mehr?

Übersetzung:
Ich: “hmmmm… Du hast mich gebeten, Dir zu folgen und das habe ich getan. Danach hast du mich entfolgt. Das war nicht so nett. Ich werde dasselbe mit Dir machen. Ich nenne es Karma.”

Sekunden später postete das Individuum einen Kommentar, dessen Inhalt mich sehr überraschte…

 

 

Kategorien: Soziales

1 Kommentar

Instagrammed 2.0 - Der Preis der Anonymität (2) - Ein Kubaner In Bayern · Fr 4. Mai 2018 um 21:30

[…] Instagrammed 2.0 – Der Preis der Anonymität […]

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